Arbeitgeber

Definition

Ein Minijob im Privathaushalt besteht dann, wenn ein Beschäftigter auf 450€ Basis oder als kurzfristige Beschäftigung Tätigkeiten übernimmt, die sonst Familienangehörige übernehmen würden. Tätigkeiten, die sonst von Handwerkern erledigt würden, zählen nicht darunter. Der Beschäftigte darf nicht einer Agentur angehören und nur ausschließlich im Haushalt des Arbeitgebers arbeiten, nicht in dessen Betrieb o.ä.. Bei einem familiären Verhältnis wird geprüft, ob wirklich eine Arbeitnehmerverhältnis besteht.

Vorteile

Für haushaltsnahe Dienstleistungen in privaten Haushalten gibt es besondere Regelung für eine geringfügige Beschäftigung. Der Arbeitgeber zahlt einen geringeren Pauschalbetrag (insgesamt maximal 14,44% des Arbeitentgelts) und bekommt eine 20%ige Ermäßigung der Einkommenssteuer (siehe: http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/03_mj_in_privathaushalten/14_steuerrecht/steuerermaessigung_bei_haushaltsnahen_dienstleistungen.html?nn=360340). Diese Ermäßigung ist allerdings auf 510€ im Jahr limitiert. Im Februar des Folgejahres erhält der Arbeitgeber automatisch eine Bescheinigung für das Finanzamt. Es kann sich also durchaus steuerlich lohnen, eine Haushaltshilfe einzustellen. Alle Beitragszahlungen werden durch den Haushaltscheck vereinfacht und direkt von der Minijob Zentrale berechnet und eingezogen.

Sozialabgaben

Die Abgaben werden von der Minijob-Zentrale zweimal im Jahr, am 15. Juli und am 15. Januar, per Einzugermächtigung abgezogen. Hierfür muss der sogenannte Haushaltscheck (siehe: http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/03_mj_in_privathaushalten/08_anmeldung/05_der_haushaltsscheck/node.html) ausgefüllt werden. Damit ist die Haushaltshilfe als Minijobber und bei der Sozialversicherung angemeldet. Beide Parteien müssen den Haushaltscheck unterschreiben.

Generell sind die Abgabe bei einem Minijobber im Privathaushalt deutlich geringer als bei solchem im Gewerbe. Bei einer Haushaltshilfe wird die Unfallversicherung durch die Minijob-Zentrale abgeschlossen und die Beiträge, eingeschlossen in den Pauschalbetrag, wie oben genannt eingezogen. Der Beitrag beträgt bundeseinheitlich 1,6% des Arbeitsentgelts. Desweiteren zahlt der Arbeitgeber immer einen Betrag von 5% für die Rentenversicherung. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer Anspruch auf volle Rentenversicherung beantragt. Der Arbeitnehmer übernimmt dann die Differenzkosten.

Steuern

Der einfachste Weg bei einer 450€ Beschäftigung (nicht einer kurzfristigen Beschäftigung) ist die Pauschsteuer (siehe: http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/03_mj_in_privathaushalten/14_steuerrecht/node.html). Hier werden einheitlich 2% des Entgelts an die Minijobzentrale gezahlt, um die Lohn- und Kirchensteuer inklusive des Solidaritätszuschlages abzudecken. Dies wird zusammen mit den anderen Beiträgen getan und erfordert keinen weiteren Aufwand. Einzige Bedingung ist, dass ein Beitrag an die Rentenversicherung gezahlt wird (s.o.) und die Haushaltshilfe nicht durch weitere Beschäftigungen versicherungspflichtig ist. Der Betrag über die Lohnsteuer kann auch an den Arbeitnehmer übertragen werden d.h. vom Entgelt einbehalten, sodass dieser die Kosten trägt.

Eine andere Option ist die Errechnung der Lohnsteuer nach Steuerklasse (Lohnsteuerkarte). Dies ist nötig, wenn es sich um eine kurzfristige Beschäftigung handelt. 

Mehrbeschäftigung

Wenn der Beschäftigte mehrere Minijob ausführt, dürfen diese nicht für denselben Arbeitgeber sein und ein Einkommen von 450€ monatlich nicht überschreiten. Andernfalls muss der Arbeitnehmer bei der Krankenversicherung gemeldet werden und ist somit versicherungs- und steuerpflichtig. Bei mehreren Tätigkeiten und einem Einkommen von mehr als 450€ kann eine Vollzeitbeschäftigung und ein weiterer Minijob oder ein Minijob und weitere Minijobs, diese dann aber steuerpflichtig, angemeldet werden.

Arbeitsrecht

Generell bestehen die Rechte eines gewöhnlichen Arbeitsverhältnisses. Es sollte ein Arbeitsvertrag abgeschlossen werden (siehe PDF auf: http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/03_mj_in_privathaushalten/16_arbeitsrecht/node.html), in dem die Möglichkeit der Aufstockung der Rentenversicherung aufgeführt sein muss (siehe unten). 

Urlaub wird auf die gearbeiteten Werktage (nicht Stunden!) umgerechnet. Generell sind dies aber 4 Wochen bei 6 Werktagen die Woche. Urlaub ist durchgehend bezahlt. Im Krankheitsfall werden maximal 42 Tage weiter bezahlt. Der Minijobber bekommt aber kein Krankengeld, sondern nur eine Weiterzahlung des Entgelts. Der Arbeitgeber zahlt 0,7% des Entgelts für eine Versicherung, die eine 80% Rückerstattung dieses Krankheitsgeldes garantiert. Diese Versicherung ist bei Minijobbern über die Knappschaft Arbeitgeberversicherung geregelt. Die zuständige Krankenkasse oder Einzugsstelle des Arbeitnehmers muss die Kosten erstatten. Bei Schwangerschaft ist der Betrag in einer Höhe von 0,14% des Entgelts, aber eine 100% Rückerstattung ist gewährleistet. Dieser muss auch für männliche Arbeitnehmer gezahlt werden. Das Erstattungsverfahren läuft maschinell (www.kbs.de) oder postalisch über die Minijob Zentrale (Tel. 0355 2902 70799) ab. Ein "Antrag auf Erstattung nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz für Arbeitgeberaufwendungen bei Arbeitsunfähigkeit- U1" muss angefordert werden. Die Ausfüllhile eines Erstattungsantrages "sv.net classic" kann hier eingesehen werden: www.itsg.de. Eine Erstattung kann nur rückwirkend erfolgen!

Regelmäßige Arbeitstage, die auf einen Feiertag fallen, müssen trotzdem bezahlt werden und dürfen nicht an einem anderen Tag vor oder nachgearbeitet werden. Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld bestehen nicht, können aber vereinbart werden und zählen dann zum Arbeitsentgelt. Die Kündigung wird im Vertrag festgelegt. Die Frist ist aber im Normalfall 4 Wochen, zum 15. oder zum Ende eines Monats.

Unfälle

Der Arbeitnehmer ist gesetzlich bei dem zuständigen Unfallversicherungsträger versichert. Diesem muss jeder Unfall gemeldet werden, bei dem ärztliche Hilfe von Nöten war. Versichert sind alle wirtschaftlichen (nicht privaten!)Tätigkeit im und um das Haus des Arbeitgebers und der Weg zur Arbeit. Der Arbeitgeber haftet lediglich für grobfahrlässige Unfälle selber.

 

Arbeitnehmer

Der Arbeitnehmer wird als normaler 450€ Jobber oder als kurzfristig Beschäftigter angesehen und unterliegt somit auch den entsprechenden Regulierungen.

Der Gesamtverdienst im Jahr darf nicht einen Durchschnitt von 450€ monatlich überschreiten. Ansonsten wird der Job versicherungspflichtig. Eine kurzfristige Beschäftigung besteht, wenn nur 2 Monate (5 Tage die Woche) für einen Arbeitgeber gearbeitet wird oder wenn nicht mehr als 50 Arbeitstage verrichtet werden. Mehrere Beschäftigungen werden aufaddiert. Wenn die Beschäftigung im Rahmen des Berufs ausgeübt wird, muss eine Prüfung erfolgen.

Rentenversicherung

Der Arbeitnehmer bekommt als Minijobber nur geminderte Ansprüche auf Rente. Diese können aber auf das Maximum erhöht werden, wenn der Arbeitnehmer schriftlich bei seinem Arbeitgeber eine Erklärung einreicht, dass er die Differenzen zu den vollen 19,6% des Arbeitsendgeldes (in Privathaushalten beträgt diese Differenz 14,6%) übernimmt. Der Arbeitgeber zahlt weiterhin den Pauschalbetrag von 5%. Diese Regelung muss mit jedem neuen Arbeitgeber abgeschlossen werden, sofern der Wunsch auf Rentenversicherungsfreiheit besteht. Bei mehreren Tätigkeiten muss einheitlich gehandelt werden. Der Mindestbetrag an die Rentenversicherung beträgt 30,38€ und entspricht einem Gehalt von 155€ im Monat. Auch wenn dieses Gehalt nicht erreicht wird, muss der Mindestbetrag gezahlt werden. Zu mehr Details siehe: http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/03_mj_in_privathaushalten/10_aufstockung_rv/node.html

Für weitere Informationen siehe „Arbeitgeber“.